BUDOKAN Kampfkunstverein Dietfurt e. V.

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Über die Kampfkunst

 
Kämfen - die Kunst des Kämpfens - der Weg (Do)


Kampf gibt es seit Urzeiten: Im Tierreich ebenso wie bei den Menschen. Es wird um die fundamentalen Bedürfnisse des Lebens ebenso gekämpft, wie um Besitz und Ehre.

Schon bei Kindern kann man verschieden Techniken des Kampfes beobachten. Sie treten, kneifen, schlagen, stoßen und spucken bei Gefahr oder Wut. Das Unterbewusstsein diktiert das Verhalten bei Gefahr. Ältere Kinder und Jugendliche versuchen in ähnlichen Situationen schon bestimmte Techniken, die sie aus eigener Erfahrung als wirkungsvoll einschätzen, anzuwenden.

Diese Erfahrungen wurden in vergangenen Zeiten bei fast allen Völkern gesammelt, die Techniken verfeinert und auf bestimmte Situationen abgestimmt. So entwickelten sich spezielle Techniken gegen bewaffnete und unbewaffnete Angreifer. Auch Gerätschaften des täglichen Gebrauchs wurden zu wirksamen Waffen.

Die Völker nutzten diese Erfahrungen, um ihre Kriege auszufechten. Die neuzeitliche Technik bescherte uns immer wirksamere Waffen, die es heutzutage möglich machen, die ganze Menschheit zu vernichten.

Kampf bedeutet immer Gewalt gegen andere: Um sich zu schützen oder um andere zu verletzen, zu demütigen, zu unterwerfen.

Es gab jedoch auch Menschen, welche die Techniken des Kampfes nutzten, um den Körper zu ertüchtigen und andere im sportlichen Wettkampf zu übertreffen. Als Beispiel seien hier die olympischen Spiele genannt, wo aber in der Frühzeit die gewaltsame Niederringung eines Gegners mit allen Mitteln im Vordergrund stand. Heute sind zwar die Wettkämpfe den Regeln nach friedlich, aber auch Doping bedeutet den Sieg mit allen Mitteln.

Wieder andere gingen einen anderen Weg, sie nutzten die komplexen Bewegungen, um den Körper gesund zu erhalten. Es entstanden z. B. Tai Chi und andere Formen.

Die Mönche in einigen chinesischen Klöstern verbesserten und veränderten die Techniken, bauten Meditationsübungen ein und schufen so eine ideale Verbindung zwischen Körper und Geist. Auch wurde der einstige Zweck des Kampfes dahingehend verändert, dass nun nicht mehr ein Gegner, sondern der Feind im Menschen selbst gesucht wurde, und die Erforschung des Ki, der universellen oder göttlichen Energie im Vordergrund stand: Die Kampfkunst war geboren.

Leider erlernen heute viele Menschen Karate, Taekwondo oder andere Kampfarten nur, um sich in sportlichen Wettkämpfen zu messen, sich selbst zu beweisen und Ruhm zu ernten. Wiederum steht das Besiegen eines Gegners, wenn auch nach Regeln, im Vordergrund. Kampfsport ist keine Kampfkunst!

Die Kunst des Kampfes bedeutet für mich, den Körper so zu schulen, dass man auch im Verteidigungsfall den Gegner nicht ernsthaft verletzen muss. Dazu gehört auch das Erlernen wichtiger Ereignisse der Kampfkunstgeschichte, sowie eine Änderung der inneren Einstellung. Ich möchte so weit gehen und behaupten, dass durch eine gewissenhafte Ausbildung in den Kampfkünsten Auseinandersetzungen überhaupt vermieden werden können. Das belegen meine eigenen Erfahrungen. Erst nach vielen Jahren des Studiums verschiedener Kampfkünste lernte ich mich zu beherrschen und fand eine wohltuende innere Ruhe.

Der Weg (Do) dorthin führt über hartes körperliches Üben mit dem Besiegen seiner eigenen Schwäche und Zweifel, die Erlangung der Kenntnis, dass die innere Ruhe, Geduld, Toleranz und Liebe die größten Kräfte im Leben sind, und das Erkennen, dass jedes Lebewesen ein Teil des Universums und schützenswert ist.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Lehrern bedanken, die mich auf den richtigen Weg brachten und viel Geduld mit mir aufbringen mussten.

An erster Stelle gilt mein Dank jedoch meinen Schülern, von denen ich am meisten lernen konnte und die mir halfen, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Einer meiner verehrten Meister, Sensei Katsuyoshi Kanei, schenkte mir vor 25 Jahren eine selbstverfasste Kalligraphie:

“ Der Lehrer soll streng sein und die Lehre achten!” 

Danach richte ich mich noch heute. Mein Rat an alle Ausbilder / Sensei:

Wäre sorgsam ab, wer deiner Deshi besondere Aufmerksamkeit verdient!

 

Johann Toth im November 2018